Ein Juwel in unseren Alpen - Die Traun

Quellbecken am Traunfall Quellbecken am Traunfall

Die Traun, ein Fluss schimmernd wie ein Kristall aus den Bergen des Salzkammergutes aus dem Sie entspringt.

Ihren Namen – entstanden aus dem keltischen „Truna = die Reißende“ trägt Sie nicht ohne Grund. Eingefasst zwischen Felswänden bahnt Sie sich den Weg vorbei an uralten Kulturlandschaften, Ackerland und Schwerindustrie, bis Sie aus dem Rest der einst ausgedehnten Aulandschaften bei Linz in die Donau mündet.

Ihr Ursprung liegt in den Tiefen des Salzkammergutes, ein Gebiet mit 76 Seen, unzähligen Quellen und Bächen, unterirdischen Wasser- und Höhlensystemen, Gletscherbächen und Wasserfällen. Seit Ewigkeiten rinnt das kalte Schmelz- und Regenwasser über die Kalksteinformationen von Dachstein, Totem Gebirge und den umgebenden Salzkammergutbergen. Sie lösen den den Kalkstein an und bilden unter dem Fels Höhlen und Gangsysteme, durch die das Wasser zum Teil monatelang unterwegs ist. Sind die Holräume nach heftigen Regenfällen oder vom Schmelzwasser bis zum bersten gefüllt schießen stellenweiße gewaltige Wassermassen aus den Felswänden. Aus vielen dieser Quellen speist sich die Traun, am Kammersee ist das Quellgebiet, von wo aus sich die klaren Quellen teil oberirdisch, teils unterirdisch Ihren Weg zum nicht weit entfernten Toplitzsee suchen.

Quellgebiet der Traun Quellgebiet der Traun

Als sprudelnder Gebirgsbach nimmt sie nun Sauerstoff und die ersten wenigen Nährstoffe auf. Auf Ihrem weiteren Weg durchfließt sie nun den  Toplitzsee und als Toplitzbach zum Grundlsee.

Heimat von beliebten Fischarten wie Reinanke, Saibling und Forelle. Kein Wunder, dass sich hier auch die Meister einer eineinhalb Jahrhunderte alten Tradition und Kunst hervorgetan haben – das Fliegenfischen verbindet Naturbeobachtung mit Kretivität und  handwerkliche Kunst. Die Fliegen werden sportlicherweise ohne Widerhaken hergestellt. Für den Vater aller Fliegenfischer, den britischen Erfinder Humphrey Davie, Verfasser der Fliegenfischer-Bibel „Salmonia“, war die Traun noch ein Geheimtipp.
Doch dann schrieb Davie ein Buch über seine Wanderungen mit der Angelrute durch das Salzkammergut. Das war Mitte des 19. Jahrhunderts. Seither gehören die Traun und ihre Nebenflüsse zu den begehrtesten und exklusivsten Fliegenfischgewässern der Welt.

Im steirischen Bad Aussee vereinigt sich die die Grundlseer Traun mit der Altausseer Traun und Kainischtraun und nennt sich von hier an Koppentraun. Die Koppentraun zwängt sich zwischen den Felswänden von Krippenstein und Saarstein durch eine enge Schlucht Richtung Obertraun am Hallstättersee. Dieses Wasser ist nicht nur ein Eldorado für Fliegenfischer sondern auch eine beliebte Strecke für Rafting und Kajak.

Genauere Infos findet Ihr z.B. auf kajak.at

Traun zwischen Koppen und Obertraun Traun zwischen Koppen und Obertraun
Blick auf Obertraun und die Mündung der Koppentraun in den Hallstättersee Blick auf Obertraun und die Mündung der Koppentraun in den Hallstättersee

Nun in Oberösterreich angekommen, mündet die Traun in vierten See – den Hallstättersee. Hallstatt eine Siedlung, eng an den schmalen Saum zwischen See und Berg geschmiegt, ist der älteste Salzabbauort der Welt und gehört seit 1997 zur Liste des Unesco Welterbe. Seit fast 3 Jahrtausenden wird hier Salz abgebaut und eine ganze Zeitepoche ist nach dieser Hochkultur als Hallstattzeit benannt.

Hallstatt Marktplatz 360° Panorama - Copyright Bernhard Vogl Hallstatt Marktplatz 360° Panorama - Copyright Bernhard Vogl
Am Hallstätersee 360° Panorama - Copyright Bernhard Vogl Am Hallstätersee 360° Panorama - Copyright Bernhard Vogl
Hallstatt Hallstatt

Das Zusammspiel von Salz, Wasserwegen und Holz begründete dann den Wohlstand der Schatzkammer Salzkammergut.

Man brauchte Unmengen von Holz, einerseits für den Bergbau, andererseits für die Befeuerung der Sudpfannen für die Saline, sowie für Boote und Flöße. Allerdings war die Bringung um ein vielfaches mühseliger. Forststraßen waren zu dieser Zeit noch nicht vorhanden und das ganze Holz musste somit zum Abtransport ans Wasser. Ab dem Hallstättersee war mit Hilfe der Seeschleußen die Traun mächtig genug um Flöße, und später auch die Salzzillen zu tragen. Flöße und Traunboote waren noch lange Zeit Einwegfahrzeuge. Als jedoch Holz knapp wurde, schleppte man schließlich die Boote wieder flussaufwärts. Dafür waren gewaltige Ufer- und Flussbauten nötig: Treppelwege für Pferdegespanne, und Buhnen, die die Strömung lenkten und für gutes Fahrwasser sorgten. Reste solcher Bauten findet man noch in den Staubereichen der Kraftwerke.

Die Traun verlässt den Hallstättersee an seinem Nordende und erreicht nach Passage von Bad Goisern die ehemalige "Kaiser-Sommerfrische" Bad Ischl. Hier nimmt die Traun das Wasser der aus dem Wolfgangsee kommenden Ischl auf. Weiter geht es durch ein spärlich besiedeltes Tal nach Ebensee am Südende des Traunsees. Hierher verlegte sich schon im 18. Jahrhundert die Salzgewinnung aus der über Rohrleitungen transportierten Sole. Während das alte Sudwerk mitten im Ort stand, steht die heutige "Saline Österreich" außerhalb im Süden an der Bundesstraße.
Die Lage am Fluss war früher wichtig, da ab Ebensee das Salz in "Küfeln", etwa einen halben Meter hohen Kegeln, auf Schiffen weitertransportiert wurde. Ebensee war bis zum Ende des 19. Jahrhundert nämlich auf dem Landweg von Norden her nicht erreichbar, da der Traunsee mit seinen steilen Ufern keinen Platz für eine Straße bot.

Traunsee Miesweg Ostufer 360° Panorama - Copyright Bernhard Vogl Traunsee Miesweg Ostufer 360° Panorama - Copyright Bernhard Vogl

Die Traun durchfließt diesen mit 191 m tiefsten See Österreichs, an dessen Nordende die Stadt Gmunden liegt, die früher das "Salzamt" als Verwaltung des kaiserlichen Salzkammergutes beherbergte und heute vor allem durch die Fernsehserie "Schloss Ort" berühmt ist.

 

Schloß Ort bei Nacht 360° Panorama - Copyright by Bernhard Vogl Schloß Ort bei Nacht 360° Panorama - Copyright by Bernhard Vogl

Die Traun verlässt bei Gmunden den Traunsee, der hier öfters auch Gmundner See genannt wird, und ist in der folgenden Strecke schon seit jeher von vielen Betrieben gesäumt. Aus einer alten Mahlmühle in Steyrermühl entstand inzwischen eine der größten Papierfabriken Mitteleuropas. Gleich nebenan steht die fast gleichgroße Papierfabrik von Laakirchen.

 

Hat die Traun einmal die Berge hinter sich, fließt sie breiter und träger dahin -und doch reicht ihr Gefälle auch hier noch für einige Staustufen. In den kilometerlangen Staubereichen ist das Wasser tief und ruhig, und seine Oberfläche erwärmt sich stärker als auf den Fließstrecken. Hier werden die Fische größer als in der Strömung. Das Nahrungsangebot ist weitaus üppiger und der Energieverbrauch geringer. Hechte sind kapitale Burschen, gut einen Meter lang und bis zu zehn Kilogramm schwer.

oberhalb Kraftwerk Siebenbrunn oberhalb Kraftwerk Siebenbrunn

Siebenbrunn, das älteste Traunkraftwerk, ist seit 1888 in Betrieb. Im Lauf von 120 Jahren ist es zu einem fast schon organischen Teil des Flusses geworden. Es steht an der letzten Geländestufe und Engstelle der Traun, am Traunfall bei Steyrermühl. Lässt der Kraftwerksbetrieb genügend Wasser übrig, donnert die Traun über den immer noch naturbelassenen Teil des Traunfalls in eine tiefe Schlucht. Hier spürt man zum letzten Mal die unbändige Energie, die diesem Fluss innewohnt.

Der Traunfall bei Niedrigwasser Der Traunfall bei Niedrigwasser

Früher stürzten hier die inzwischen beachtlichen Wassermassen 14 Meter in die Tiefe. Da dies für die Schifffahrt ein großes Hindernis war, wurde schon 1552 ein Umgehungskanal gebaut - eine aus Holz gebaute, rund 400 lange Rinne, durch die die Flöße um den Katarakt herum geführt wurden. Schon ein kleines Stück flussabwärts hat sich die Traun ausgetobt. Hier ist sie am tiefsten, am stillsten, am klarsten.

Unterhalb des Traunfalls Unterhalb des Traunfalls

Bei Stadl-Paura mündet die Ager, welche den Attersee und den Mondsee entwässert, in die Traun. Hier wurde früher das Salz auf kleinere Schiffe umgeladen, Holzflöße wurden in kleinere Einheiten zerlegt. Dies deshalb, weil ab hier die Traun kein Gebirgsfluss mehr ist, also langsamer fließt und wesentlich seichter war. Früher hatte das Flussbett zahlreiche Mäander, Altarme und Schotterbänke. Dies und oftmaligen Niedrigwasser erschwerten die Schifffahrt. Durch die Flussverbauung und Errichtung von Wasserkraftwerken seit dem 19. Jahrhundert hat die Traun leider in ihrem Unterlauf vielfach den Charakter eines öden Kanales angenommen.
Lediglich bei Fischlham hat sich noch ein sehr ursprüngliches Augebiet erhalten. Dieses wird nun auch renaturiert – der Spatenstich erfolgte im Sommer 2009 – siehe unter der Rubrik Fotos unsere Ausfahrten 2009!

Renaturierung bei Fischlham Renaturierung bei Fischlham
Die Traun bei Wels Die Traun bei Wels

Die Traun mündet im Stadtgebiet von Linz in die Donau. Und dennoch bleibt sie bis zum Ende ein Stück Wildnis. Die Traunauen an der Donau sind streng geschützt. Trotz der Nachbarschaft zu Schwerindustrie und Siedlungsräumen wird hier eine Erinnerung an ursprüngliche Natur bewahrt. Eine kleine Insel nur, gewiss, ein winziger Rest einst ausgedehnter Auwälder. Und gerade deshalb von unschätzbarem Wert als letzter Lebensraum bedrängter Arten: Die Au - der letzte Dschungel Europas .

Traunwehr Kleinmünchen 360° Panorama - Copyright Johann Steininger Traunwehr Kleinmünchen 360° Panorama - Copyright Johann Steininger
Traun bei Ebelsberg/Auwiesen 360° Panorama - Copyright Johann Steininger Traun bei Ebelsberg/Auwiesen 360° Panorama - Copyright Johann Steininger
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